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Was hat Corona mit Umweltschutz in Gralla zu tun?

„Natürlich nichts“, wäre eine vorschnelle und naheliegende Antwort.

Die 4.a Klasse der Volksschule Gralla hat dazu eine andere Antwort und hat diesbezüglich sehr interessante Erfahrungen gemacht: Der beliebte Sportunterricht war in Coronazeiten im Turnsaal nicht erlaubt. Um aber den Bewegungshunger der Kinder zu stillen, gab es stattdessen Spaziergänge im Gemeindegebiet. Dabei trauten die Kinder ihren Augen nicht: Schon am Schulparkplatz fiel den Kindern abseits der Abfallkübel eine Menge Müll auf und immer wieder fanden sie unterwegs Abfall am Wegesrand. Besonders schockierend war die Situation entlang am Waldrand entlang der Pichlerstraße. Völlig verständnislos stellten sich die Kinder die Fragen: „Welche Gemeindebewohner hinterlassen denn ihren Abfall einfach in der Natur? Wer entsorgt denn seinen Müll am Waldrand?“

Schließlich drehte sich die Diskussion um die Frage: „Welchen Beitrag können wir Kinder für eine saubere, lebenswerte Gemeinde leisten?“ Einige waren sehr bald der Meinung, man könne die Situation nicht so belassen, so darf unsere Gemeinde nicht aussehen. Somit wurde der Entschluss gefasst, beim „Corona-Spaziergang“ gleichzeitig auch den herumliegenden Müll einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen. Darüber hinaus war man auch der Meinung, man müsse die Bevölkerung auch gezielt darauf aufmerksam machen, unsere schöne Gemeinde nicht so zu vermüllen.
Somit wurden von den Kindern mit großer Begeisterung umgehend Zeichnungen gestaltet, die sehr eindringlich zum Sauberhalten der Gemeinde aufrufen.
Besonders erfreut waren die Kinder, als sie das große Interesse von Bürgermeister Hubert Isker und dem Jagdpächter Hans Hierzer an diesem Thema beim Präsentieren ihrer Kunstwerke bemerkten. Groß war schließlich die Freude, als der Bürgermeister und der Jagdpächter versprachen, aus all ihren Zeichnungen Tafeln herzustellen und dass diese in der Gemeinde aufgestellt werden.

„Schon beim Vortrag des Projekts der 4 a Klasse der VS Gralla zum Thema „Saubere Umwelt“ war ich sofort begeistert und sagte eine Unterstützung dafür spontan zu. Bei der Präsentation dieser Bilder war ich nicht nur von der Aussagekraft der Bilder, sondern auch von der gestalterischen Qualität begeistert. So war ich gerne bereit, gemeinsam mit Bürgermeister Hubert Isker, die Bilder gedruckt anfertigen zu lassen um sie an besonderen Plätzen in der Gemeinde aufstellen zu können. Ich hoffe, dass viele Menschen die Bilder wahrnehmen und Ihre Abfälle entsprechend entsorgen“, so Jagdpächter Hans Hierzer.

Dazu auch die Direktorin der Volksschule Gralla, VDin OSRin Olivia Schmieder, BEd MEd, „Der Schulstandort Gralla ist grundsätzlich ein außergewöhnlich schöner. Den Lehrern/innen der Volksschule war es schon lange ein Dorn im Auge, dass an den Straßenrändern des Ortes immer wieder Müll achtlos weggeworfen wird. So habe ich es sehr begrüßt, dass die 4a-Klasse mit ihrer Lehrerin Julia Raggam diesen Missstand thematisierte und ein Projekt gestartet hat. So werden zukünftige Bürger/innen von Gralla für diese Problematik sensibilisiert.“

Alles in allem waren die „Corona-Spaziergänge“ für die Kinder der 4.a Klasse von mehrfachem Nutzen: Bewegung in der frischen Luft, die Erkenntnis, dass es doch noch Menschen in der Gemeinde gibt, die eine „Nachschulung“ in richtiger Abfallentsorgung benötigen und dass man selbst aktiv werden muss, um Veränderungen herbeizuführen. Nicht zuletzt, die positive Erfahrung, dass die Gemeindepolitik die Kinder mit ihren Anliegen auch ernst nimmt.

„Den engagierten und umweltbewussten Kindern ist höchstes Lob auszusprechen. Es ist bemerkenswert, dass sich unsere Gemeindebewohner bereits in jungen Jahren für ein sauberes Gralla einsetzen. Es wäre aber auch schön, wenn das Einsammeln von achtlos weggeworfenem Müll gar nicht notwendig wäre, zumal es genug und geeignete Abgabe- und Entsorgungsstellen gibt“, so Bürgermeister Hubert Isker.

Nun hoffen die Kinder der 4.a Klasse sehr, dass die aufgestellten Tafeln nachhaltig ihre Wirkung zeigen und Müll nicht einfach achtlos weggeworfen wird. Denn Umweltschutz und eine saubere Gemeinde Gralla ist ihnen ein großes Anliegen – nicht nur bei den „Corona-Spaziergängen“.

Ergänzend zur Aktion gibt es mittels Flyer auch einen Aufruf an die gesamte Bevölkerung zu mehr Achtsamkeit.